Konzept Kontaktzentrum Querformat e.V.(26.08.2012)

Veröffentlicht von Administrator (admin) am 24.5.2013
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Da der Hauptmieter das Gebäude in der Gamigstraße 26, in dem Querformat ein Kontakt- und Beratungsbüro unterhielt, aufgab, hatte der Verein als Untermieter keine Vereinsräume mehr. So wurde der Selbsthilfeverein für sozial und finanziell Benachteiligte im Sommer 2012 unverschuldet obdachlos. Nach einigen Rückschlägen, was in Aussicht gestellte Räume betraf, gibt es jetzt einen Lichtblick am Horizont. Zwar muss der Verein Abstriche machen, das ideale Konzept eines soziokulturellen Zentrums, wie es Querformat gern aufgebaut hätte, ein Haus für Soziokultur von Kleinkunst bis Livemusik, eine solche Location ließ sich in Prohlis nicht finden und im gesamten Stadtgebiet auf die Schnelle auch nicht. Zum Mindesten nicht zu bezahlbaren Konditionen. Das vorliegende Konzept ist also gewissermaßen Plan B. Wir nennen das Projekt „Kontaktzentrum Querformat e. V.“.

Dank eines Sponsoringvertrages seitens der GAGFAH Group besteht nun die Möglichkeit, in einer 3-Raum-Ladeneinheit in Prohlis ein Kontaktzentrum zu errichten. Damit kann der Verein seine gemeinnützige Arbeit, die er seit seiner Gründung im Juni 2009 leistet, fortführen bzw. ausbauen. Allerdings hat das ganze auch einen Haken. Die Räume befinden sich in einem Rohbauzustand, ohne Fußboden, Tapete, Farbe, auch ohne Elektrik und Sanitäreinrichtungen. Querformat will die Räume in Eigenleistungen herrichten und hofft auf Spenden und Sponsoring für das Material.

Neben den gesponserten Mietkosten benötigt der Verein für das Kontaktzentrum weitere Basiskosten in Höhe von 215 EUR pro Monat für die Mietnebenkosten, Strom, Telefon / Internet. Da viele Vereinsmitglieder selbst zur Zielgruppe der finanziell Benachteiligten zählen, z. B. Alg. ll – EmpfängerInnen sind, hat der Verein Schwierigkeiten, die notwendigen Unterhaltskosten selbstständig dauerhaft aufzubringen. Darüber hinaus trägt der Verein Kosten für Fahrkarten des ÖPNV, Druckerpatronen, Papier u. a., die Hilfsbedürftigen selbst sind in den seltensten Fällen in der Lage, sich an den Kosten zu beteiligen.
Kürzlich beschloss der Ortsbeirat, Querformat im kommenden Jahr mit 1.600 Euro zu fördern. Wenn der Fördervorschlag im Dresdner Finanzhaushalt bestätigt wird, kann der Selbsthilfeverein mit finanzieller Unterstützung der Landeshauptstadt die Betriebskosten für fast ein ganzes Jahr bezahlen.

Der Verein Querformat – Selbsthilfeverein für sozial und finanziell Benachteiligte unterstützt selbstlos Hilfebedürftige in vielfältiger Form. Die Notwendigkeit des Vereins ergibt sich aus der Tatsache, dass die entsprechenden Angebote sehr schnell angenommen wurden. Ein Schwerpunkt der Vereinsarbeit ist die Beratung von finanziell Benachteiligten, beispielsweise von Alg. ll – EmpfängerInnen und die konkrete Hilfestellung bei der Problemlösung und in Krisensituationen. Die aktiven Vereinsmitglieder arbeiten für diese Beratungs- und Hilfsangebote ehrenamtlich.

Durch das Kontaktzentrum kann auch das bestehende bürgerschaftliche Netzwerk der Nachbarschaftshilfe und Selbsthilfe im Stadtteil Prohlis ausgebaut werden.
Das folgende Grundkonzept der Vereinsarbeit besteht aus fünf verschiedenen Bausteinen, die parallel angeboten werden und die sich ideal ergänzen, so dass Synergieeffekte entstehen. Abhängig von den räumlichen Erfordernissen werden die Angebote, wenn nötig in zusätzlich angemieteten Räumen von Kooperationspartnern, beispielsweise in der Jugend&KunstSchule durchgeführt.

1. Kontakt- und Beratungsbüro
- Beratungen zu folgenden Schwerpunkten: Themenkomplex Hartz lV, Krisenmanagement, Selbstorganisation, persönliches Budget, alternative Berufswegplanung
- Kopieren von Unterlagen, Unterstützung bei telefonischen Anfragen und der Informationsbeschaffung im Internet, Hilfestellung beim Schreiben von Anträgen u. a.
- Begleitung zu Ämtern auf der Basis von Beistandschaften als Selbsthilfeansatz, laut § 13, Abs. 4 SGB X

2. Selbsthilfe-Stammtisch
- niederschwelliger Treffpunkt für verschiedene Angebote der Nachbarschaftshilfe und des bürgerschaftlichen Engagements oder zur Selbsthilfe der verschiedensten Gruppen, z. B. Hartz lV – EmpfängerInnen, BewohnerInnen, ehrenamtlich Tätige, Selbsthilfegruppen u. a.
- angeleitete, moderierte Diskussionsrunden zur Selbstorganisation, Problemlösung und zum Krisenmanagement

3. Workshops, Kurse und Schulungen
Einzelne Workshops, fortlaufende Kurse oder qualifizierte Schulungen werden durch den Verein unter Einbeziehung von externen Honorarkräften zu den verschiedensten Themen organisiert und durchgeführt, folgende Themen sind beispielhaft angedacht:
Leben von und mit Hartz lV, Gesundheit, Kommunikation, Selbstorganisation, Krisenmanagement, Freizeitgestaltung, Projektmanagement und Ehrenamt.

4. Öffentliche Veranstaltungen
Darüber hinaus werden soziokulturelle Veranstaltungen aller Art organisiert und durchgeführt, sowohl in den Vereinsräumen, als auch wenn nötig in zusätzlich angemieteten Räumen von Kooperationspartnern, dazu zählen:
Vorträge, Literaturabende, Kleinkunstangebote und Konzerte,
aber auch Angebote der Fest- und Feierkultur (Fasching, Schulanfang, Weihnachts- und Geburtstagsfeiern, Tanz in den Mai usw.)

5. Ehrenamtsarbeit im Verein
Alle Angebote dienen gleichzeitig als Betätigungsfeld für Ehrenamtliche, die entsprechend ihrer Talente und Bedürfnisse für den Verein und das Gemeinwohl aktiv werden können. Eine große Bandbreite der einzelnen Tätigkeiten wird deshalb angestrebt, damit jede(r) etwas findet, was ihm/ihr Spaß macht oder wo man/frau sich entsprechend ausprobieren kann. Beispielsweise sind Beschäftigungsfelder in den Bereichen Öffentlichkeitsarbeit, Kurs- / Veranstaltungsmanagement und bei der Beratung und Begleitung zu Ämtern vorgesehen.

Ziele:

Die niederschwelligen Angebote sollen helfen, den Vereinsamungstendenzen der BewohnerInnen des Stadtteils entgegenzuwirken und den sozialen Zusammenhalt zu stärken. Aber auch bei der Organisation von gemeinsamen Freizeitaktivitäten kann professionelle Unterstützung durch den Verein angeboten werden.

Ziel ist es, durch dauerhafte Präsenz die Hilfesuchenden zu befähigen, den Umgang mit Krisensituationen und Ämtern selbst zu bewältigen. Dazu ist ein besonderes Vertrauensverhältnis in geschützter Umgebung notwendig. Die Beratungen durch die Ehrenamtlichen des Vereins Querformat erfolgen konsequent nach den Selbsthilfe- Prinzipien, vergleichsweise mit der Arbeit von gut funktionierenden Selbsthilfegruppen.
Das Motto lautet: Hilf mir, es selbst zu tun. Den Hilfesuchenden wird die Unterstützung gegeben, die sie brauchen und ihnen wird, besonders in Krisensituationen, menschlich beigestanden. Dieser Ansatz garantiert die Gleichberechtigung der Klienten und ist das Erfolgsgeheimnis, warum diese Angebote sich innerhalb kürzester Zeit herumgesprochen haben.

Das ergänzende Angebot an die Klienten, nach der Beratung Veranstaltungen des Vereins zu besuchen und/oder ehrenamtlich im Verein tätig sein zu können, garantiert eine wirksame Hilfe für die Bedürftigen. Das zeigte sich in der Vergangenheit überdeutlich. Nicht umsonst sind viele Vereinsmitglieder ehemalige Klienten.
Die Einsatzfelder für Ehrenamtliche ermöglichen sowohl einfache Hilfstätigkeiten, als auch anspruchsvolle selbstständig durch zu führende Herausforderungen, an denen man/frau sich ausprobieren und messen kann, die auch dazu geeignet sind, ein persönliches Wachstum zu trainieren und damit das Selbstwertgefühl der Ehrenamtlichen zu steigern bzw. durch selbstbewusstes Auftreten Vorteile bei der Arbeitssuche zu erzielen.

Zuletzt geändert am: 24.5.2013 um 07:06:47

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